gestern so großspurig, heute ziemlich kleinlaut. die bondage-seminare werden bei mir erst einmal alles andere als mit erotischen gefühlen zu tun haben. die frage nach dem grund klärt sich erst einmal so: vor dem hintergrund der eigenen geschichte will ich es lernen, dass auszuhalten, mich in dieser situation anzunehmen, dem inneren schweinehund zu begegnen. aus diesem grunde bin ich es dem seminarleiter schuldig, dass ich vorher ein paar worte mit ihm rede.
ich werde es vorher ausprobieren müssen, um dann in der öffentlichkeit bestehen zu können. erst einmal muss ich ihn fragen, ob er jemanden mit diesem hintergrund ins seminar nimmt. wenn ja oder nein, werde ich ihn fragen, ob er mir ein paar einzelstunden gewährt, die ich gern bereit bin, zu bezahlen. ich will wissen, was mit mir passiert, was das in mir auslöst, wie und ob ich damit zurecht komme, und ich will wissen, ob ich dann noch atmen kann. wenn ich merke, dass ich garnicht damit zurecht komme, muss ich es lernen. das würde dann aber erst einmal einzelstunden bedeuten.
da ich aber nicht will, dass es mich immer wieder einholt, und weiß, dass ich es durch meine jahrelange yoga-praxis schaffen kann, eine für den körper unangenehme situation annehmen zu können, werde ich versuchen, es auf diese art und weise umzusetzen. ich muss mich einfach nur auf meinen atem konzentrieren. die bewegung des atems in die nicht angespannten bereiche leiten, mich auf das gefühl in diesen regionen konzentrieren, die gesamte andere spannung einfach so sein lassen wie sie ist, erst einmal nicht bewerten. es ist immer das gewicht der eigenen bewertung, welches subjektiviert.
... das war jetzt klug dahergeredet, wie ich mich fühle, wenn ich dann tatsächlich gefesselt bin, steht auf einem anderen blatt. ich muss durch dieses gefühl mehrere male durchgehen, so lange, bis ich es annehmen, so sein lassen und wandeln kann.
ich weiß, wenn ich es schaffen kann, in gefesseltem zustand ruhig bleiben und ruhig atmen zu können, mich gar zu entspannen, dass ich dann auch dazu in der lage bin, andere situationen annehmen zu können. atmen ist eine bewegung des lebens.
zollstein - 3. Feb, 12:23 - Rubrik: bondage